Schwammige Grenzen der Scheinselbständigkeit

Berater arbeiten oft freiberuflich, was das Risiko einer gewollten oder auch ungewollten Scheinselbständigkeit erhöht. Dies fand auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst und Young in ihrer Studie 2015 heraus: Freiberufler seien am meisten betroffen, wobei IT- und Steuerberater ganz weit vorn liegen. Aber wie kann zwischen Selbständigkeit, Scheinselbständigkeit und einem Arbeitsverhältnis unterscheiden werden?

 

Diese Differenzierung ist gar nicht so einfach. Während Selbständige auf Rechnungsbasis arbeiten und keinerlei Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen, versuchen Scheinselbständige dies vorzutäuschen, obwohl sie strenggenommen in einem Arbeitsverhältnis stehen, wie Angestellte. Festmachen kann man Scheinselbständigkeit zum Beispiel daran, dass für nur eine Firma – teils sogar vor Ort – gearbeitet wird oder Visitenkarten im Namen der Firma ausgestellt werden. Wichtig ist vor allem, dass Scheinselbständigkeit, dadurch dass sie oft schwer erkennbar ist, nicht unbedingt mit einer bösen Absicht geschieht: Viele Freiberufler wissen gar nicht, dass sie sich auf illegalem Boden bewegen, oder sie werden dazu gedrängt.